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Ikonen
Mein Gott ist dunkel und wie ein Gewebe
von hundert Wurzeln, welche schweigsam trinken.
Nur, dass ich mich aus seiner Wärme hebe,
mehr weiss ich nicht, weil alle meine Zweige
tief unten ruhn und nur im Winde winken.
Rainer Maria Rilke *
(1875 - 1926)
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Die Bilderverehrung ist in der orthodoxen Kirche ein tiefverwurzelter Bestandteil der Liturgiefeier. Vom altgriechischen Wort „eikon“ abgeleitet, welches Bild bzw. Abbild bedeutet, wird dieser Begriff bewusst für das ostkirchliche Heiligenbild verwendet. Ikonen sind religiöse Bilder, die ihren heiligen Charakter über den von der Ostkirche vorgegebenen und streng eingehaltenen Farben- und Formenkanon zum Ausdruck bringen. Dem Betrachter wird das Wort Gottes nicht allein über die Schrift, sondern über das Bild vermittelt.
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Die Bilder der Ostkirche unterliegen anderen Prinzipien als jene der neuzeitlichen Kunst des Abendlandes. Vom Farbauftrag bis hin zur Bedeutung. Eine Ikone wird nicht als bloßes religiöses Bild verstanden. Nach dem christlich-orthodoxem Glauben ist sie ein Ausdruck der göttlichen Offenbarung. Wie das Wort Gottes galt und gilt die Ikone als etwas unabänderlich Heiliges und darf in ihrer Form nicht verändert werden. Daher ist die Bewahrung der Ähnlichkeit mit dem Urbild das entscheidendste Kriterium einer Ikone. Nur Bilder, die von moralisch integren und geweihten Personen angefertigt werden und deren Herstellungsprozess und Bildkanon den von der Ostkirche vorgegebenen Regeln entsprechen, werden letztlich der nötigen Weihung unterzogen, damit sie als Ikonen anerkannt werden. Nicht jedes christlich religiöse Bild ist daher eine Ikone.

Thematisch umfassen Ikonen Personen und Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament sowie außerbiblische Heilige. Neben den häufigsten auftretenden Bildern von Jesus Christus und der Gottesmutter Maria gibt es viele Einzeldarstellungen der Erzväter, Propheten, Evangelisten und anderer Heiligen. Gesichter, Attribute, Kleidung und Landschaft sind in ihrer Darstellung standardisiert wiedergegeben. Die Buchstabenchiffren sind, neben den Bildchiffren wie Kleidung, Kopfbedeckung und Kultgegenstände, für die Identifikation der Abgebildeten nötig. Sie übernehmen die Funktion der Heiligenattribute in der westlichen Malerei. Der Verzicht auf die Natürlichkeit führt zur Sicherstellung, dass das Wesentliche zum Sinn des Dargestellten wird. Der Betrachter ist dabei angehalten über das Sichtbare hinweg zu sehen und den Urgrund zu erkennen welcher das Ziel seiner Anbetung ist und nicht das Bild selbst.

* Das Gedicht von Rainer Maria Rilke ("Buch vom mönchischen Leben"), welches nach einer Reise durch Italien, in Russland entstand, trifft es wunderschön. Er machte sich darüber Gedanken, weshalb die alten Ikonen in Russland so schlicht und streng in den Formen und Farben sind, im Gegensatz zu den religiösen Malereien von grossen Künstlern (z.B. Tizian) in Italien. Im Vorspann zu diesem Gedicht spricht er demnach von seinen Brüdern im Süden, die alles so grossartig und ausführlich gestalten. Seine Antwort lautete sinngemäss: Eigentlich ist es die Pflicht eines Künstlers, bei der Gestaltung seiner Darstellungen so zurückhaltend wie möglich zu sein. Denn letztlich sind es die Betenden, welche das Bild zum Leben und zum Sprechen bringen. Der Künstler darf nur ganz zurückhaltend seine Hilfe dazu anbieten​​​.

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Gottesmutter von Wladimir

SNE / 164a = Künstler / Sammlungsnummer      Grösse: 33.5 x 44 cm                            nach dem Original                      Gottesmutter von Wladimir,        Anonym, frühes 12. Jahrhundert,  Museumskirche Tretjakow-Galerie Moskau, Russland                                Preis: CHF 980.- 

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Nikolaus von Myra

JIL / 151 = Künstler / Sammlungsnummer      Grösse: 25 x 30 cm                                  nach dem Original                          Nikolaus von Myra, russische Ikone von Alexa Petrow, 1294, Museum Nowgorod, Russland                                                Preis: CHF 340.-

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Johannes der Theologe

SNE / 127 = Künstler / Sammlungsnummer      Grösse: 40 x 50 cm                                nach dem Original                            Johannes der Theologe, Apostel und Evangelist, russische Ikone nach Simon Uschakow, 1673, Moskau          Preis: CHF 980.-                               

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Jesus Christus Pantokrator

SNE / 165 = Künstler / Sammlungsnummer      Grösse: 30 x 39 cm                                nach dem Original                                Jesus Christus Pantokrator,                  14. Jahrhundert, Ikonenmuseum Korcula, Kroatien                                  Preis: ​​​​​​​CHF: 970.-

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Apostel Petrus

SNE / 182 = Künstler / Sammlungsnummer      Grösse: 30 x 45 cm                                nach dem Original                        Apostel Petrus,                                      14. Jahrhundert, Kloster Hilandar, Berg Athos, Halbinsel Chalkidiki, Griechenland                                        Preis: CHF 680.-

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Johannes und Paulus

SNE / 201 = Künstler / Sammlungsnummer      Grösse: 30 x 40 cm                                nach dem Original                        Johannes und Paulus, 1260,  Griechenland                                        Preis: CHF 690.-                                

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Gottesmutter von Kasan

SNE / 164b = Künstler / Sammlungsnummer      Grösse: 39 x 50 cm                                nach dem Original                        Gottesmutter von Kasan,  17. Jahrhundert, russische Ikone von einem unbekannten Meister, Russland    Preis: CHF 980.-


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